Vereint für das Klima

Die öffentliche Diskussion um Greta Thunberg und ihren Protest für das Klima findet sich aktuell in allen großen Blättern, in Foren und TV-Sendungen. Es wird kontrovers diskutiert, was Greta erneut bekannt gemacht hat – der Klimawandel.

Nicht dieser ist neu, eher die Prominenz rund um Greta. Sucht man nur ihren Vornamen in der populärsten Suchmaschine unserer Hemisphäre, erscheint direkt der Wikipedia-Eintrag von Greta Thunberg.

Eine wenig anschauliche Doppelmoral von politisch Aktiven, Kolumnisten und Kritikern aus Wirtschaft und Finanzen prasselt derzeit auf diese junge Frau und Mitstreitende an ihrer Seite ein, um ihren Protest zu verteufeln.

Diese schießen sich verbal wahlweise auf Greta als Person, den Umstand des Schulschwänzens zugunsten des Protests oder auf ähnliche Ansätze ein, um sich in einem Stellvertreter-Gefecht über sie und ihre Aktionen auszulassen. Eigentlich sollte im Zentrum der Diskussion das Klima stehen.

Wenn man sich die Argumente dieser Kritikerinnen und Kritiker anschaut, sind erstaunlich oft Versuche erkennbar, diesen Protest um der Rettung des Klimas Willen:

– zu verniedlichen, als sei das alles ganz süß, aber dennoch Kinderkram
– zu verteufeln, denn die Kinder sollten doch in der Schule sein und lernen
– zu verzerren, um das Motiv des Protests vom Kern abzulenken

Natürlich gibt es da noch viele weitere Facetten zu beobachten, doch sehen wir uns diese drei kurz beschriebenen Varianten einmal näher an.

Es gilt, die Welt zu retten, ehe die Umweltverschmutzung, die Ausbeutung von Rohstoffen usw. so sehr zum Bumerang werden, dass für zukünftige Generationen ein Leben, wie wir es heute kennen, kaum bis gar nicht mehr möglich sein wird.

Das ist nicht süß oder niedlich, es ist vielmehr eine kluge und bedachte Sicht im Kampf um die Zukunft unserer Enkel*innen und darüber hinaus. Wer hier die Realitäten verkennt, wird sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, moralisch korrupt, naiv oder beides zu sein.

Die Kinder sollen in die Schule gehen und bitte nachmittags protestieren. Am besten wohl auf einer Wiese fernab der Öffentlichkeit, so klingt es zwischen den Zeilen durch. Doch Protest funktioniert nur, wenn er gesehen, gehört und erlebt wird und in seiner Art Reibung erzeugt.

Wer es unseren Kindern nicht erlauben will, an dieser Stelle und mit dem Hintergrund dieser Wichtigkeit für ihre Zukunft zu protestieren, lebt vermutlich in einer Wolke des Wohlstands, wo man selten auf andere Menschen trifft (schon gar nicht wirtschaftlich schlechter gestellte Menschen), blüht auf vor ideologischer Ignoranz oder schert sich schlicht nur um die eigenen, kurzfristigen Bedürfnisse.

Es wird der Sinn des Protests verzerrt, von Gutmenschen und notorischen Schulschwänzern ohne Realitätssinn gesprochen und das elementar Wichtige dabei zu verdecken versucht. Der gewaltfreie Protest um der Zukunft vieler Menschen Willen, an dem sich derart viele junge und auch ältere Personen oder Gruppen beteiligen, dient dem Wohle aller Menschen!

Das versuchen Einzelne zu verhindern, die von vorhandenen Strukturen profitieren oder ideologischem Irrsinn hinterherlaufen, den sie vermutlich selbst nicht glauben. Von diesen und von gewissenlosen Profiteuren einmal abgesehen hat wohl niemand ein Interesse daran, der Zukunft unserer Kinder nachhaltig zu schaden.

Um die Zukunft lohnt es sich zu kämpfen und dafür zu protestieren. Für unser Klima, für unsere Umwelt, für unsere Kinder und aus logischen Gründen damit auch für uns selbst.

Ein Kommentar aus der Reihe Immer wieder sonntags von Frank Ramson zum Klimaschutz, 10.02.19.