Was man nicht mehr braucht.

Es gibt Dinge, die haben irgendwann ausgedient. Der alte Toaster, die E-Zahnbürste, sogar der beim Erstkauf umjubelte Blu-Ray-Player mit 1080p und Frontblende-Optik passend zum Hi-Fi-Schrank. Ebenso das alte Fahrrad in der Garage und selbst das Sofa, das noch gar nicht abgenutzt aussieht. Man braucht es nur schlicht irgendwann nicht mehr oder die Augen begehren nach etwas Neuem.

Anders sieht es bei To-go-Produkten wie Kaffeebechern oder Finger Food für unterwegs aus dem Kühlregal am Bahnhofskiosk aus. Hier liegt die Zeit zwischen Erwerb und Entsorgung in der Regel bei Stunden oder sogar nur Minuten, ehe die Verpackung oftmals neben dem Abfallbehälter landet oder gar direkt auf den Asphalt geworfen wird. Die Beachtung endet abrupt. Zumindest von jener Person, die sie dort gelassen hat.

Oder die Abfälle von Zigaretten und Kaugummi. Gerade an Bushaltestellen, Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen oder sogar an manchem Strand entsteht ein absurdes Verschmutzungsproblem. Absurd, weil es so einfach zu verhindern wäre, wenn nicht die Ignoranz oder Sorglosigkeit im Verhalten einzelner Menschen eine alle betreffende Problematik stark vorantrieben.

Anders gesagt, viele Orte hätten nicht im Ansatz ein Verschmutzungsproblem, wenn nicht ausreichend viele Menschen auf Rücksicht gegenüber der Natur pfeifen würden. Und natürlich gegenüber anderen Menschen, auch wenn sich dieser Eindruck zuerst vielleicht nicht aufdrängt. Doch wild entsorgte Kippen, Plastikmüll und andere Stoffe lassen Gifte in die Böden sickern.

Die chemische Mischung, die durch Regen und andere Einflüsse ausgespült oder anders freigesetzt wird, landet in unserem Grundwasser und sorgt für eine unnötige Belastung unserer Wasserqualität. In jenem Wasser, das schon durch viele andere Faktoren ebenso über Gebühr belastet wird wie unsere Böden und Äcker. Wo sehen wir hier ein angemessenes Maß an Umsicht und Sorgfalt?

Dieser Mangel fällt dann nicht nur uns in den Rücken. Nein, auch Tiere leiden gehörig darunter. Während der Mensch sich eher differenziert ein Ding anguckt, bevor er es sich in den Mund legt, gehen Tiere mit weniger Bedacht vor. So landet vieles im Magen eines Tieres, was dort absolut nicht hingehört. Sicherlich leidet das Tier darunter und wohlmöglich landet es dann selbst schon bald auf dem Teller eines Menschen.

Möglicherweise ist es an der Zeit, wieder etwas mehr auf einander zu achten. Sich nicht gegenseitig zu belehren, doch zu ergänzen. Wege zu suchen, miteinander zu mehr Umweltschutz und Sauberkeit zu gelangen statt nebeneinander her mit Scheuklappen auf den Augen einfach weiterzumachen wie bisher oder gar gegeneinander zu streiten, wo man kaum zweier Meinung sein kann.

Denn unsere Böden, unser Wasser, unsere Sonne, unsere Luft – sie alle werden wir immer teilen müssen. Das macht uns zu universell Betroffenen von Beschädigungen, die Einzelne dieser Welt im Großen oder Kleinen zufügen. Wir neigen dazu, es zu vergessen, doch über die Eigenverantwortung hinaus sollte man sich selbst stets daran erinnern, dass die Welt allen gehört, die darin leben und die Heimat aller Menschen ist.

Jede und jeder ist verantwortlich und wird an ihren oder seinen Taten gemessen. Auch daran, wie man mit Dingen umgeht, die man nicht mehr braucht. Möglicherweise ist es nicht nur an der Zeit für mehr Umweltbewusstsein, sondern auch eine Zeit neuer Vorbilder. Solche, die sich engagieren, Massen in Bewegung setzen und der Welt auf diesem Weg ein gesünderes Gesicht geben.

Ob so ein Vorbild nun Greta, Boyan oder Dietrich heißt, spielt nur eine Nebenrolle. Denn es geht um uns alle.

Frank Ramson mit einem Kommentar aus der Reihe Immer wieder sonntags zu Umweltbewusstsein und neuen Vorbildern, 27.01.19.

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