Der Schrecken und seine Gesichter – Chemnitz, August 2018

30. August 2018

In der letzten Augustwoche 2018 gingen Fernsehbilder aus Chemnitz um die Welt, wo Menschen wegen ihres Äußeren oder ihrer Herkunft gejagt, massiv bedroht und mit Gewalt traktiert wurden. Faschisten zeigten vor laufenden Kameras den Hitlergruß und der Rechtsstaat stand wie ohnmächtig daneben. Passanten werteten Menschen mit Migrationshintergrund in ihren Aussagen als Tiere ab.

Jene, die so schockierend offen ihre rassistischen Meinungen aussprachen und gewalttätig auf anderen Menschen losgegangen sind, haben der Welt ein schreckliches, ein unwürdiges und zu verachtendes Bild von Deutschland gezeigt. Ungefragt wurde uns vorgeführt, wie weit sich Menschen von den Werten des Anstands, der Solidarität und Empathie, der Rationalität und dem gesunden Menschenverstand entfernen können.

Da sich unsere Republik als weltoffene, tolerante Gesellschaft versteht und dies auch weiterhin so sein wird, sind diese zu verurteilenden Taten vor allem eins: sie sind anti-patriotisch. Wer sein Land liebt und es schützen will, der liebt auch die Menschen darin und will auch diese beschützen. Nicht nur einige, sondern alle! Um ihrer menschlichen Werte willen, nicht nur wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft.

Wer Kriminelles tut, gehört dafür im Rahmen des Rechtsstaats zur Rechenschaft gezogen. Das gilt für alle Menschen in diesem Land. Doch wo die Rassisten alle Zuwanderer unter Generalverdacht stellen, zeigen sie gleichzeitig mit ihren eigenen Taten, dass sie selbst weitaus schlimmer und schadhafter agieren als jene, denen sie es unterstellen. Die Gefahr des erneuten Untergangs der Werte, der Kultur und des Zusammenhalts in unserem Land kommt nur aus einer Richtung: von rechts!

Hier sind nun die Institutionen wie der Verfassungsschutz gefragt, vernünftige Arbeit zu leisten. Leider zeigt die Praxis, dass das nicht angemessen geschieht und sogar Unterwanderungen dieser Institutionen durch Menschen zu beobachten sind, die offensichtlich weder der Verfassung noch den Gesetzen dieses Landes folgen. Eine konsequente und lückenlose Aufarbeitung mit aller Härte ist hier notwendigerweise unumgänglich.

Nur gemeinsam können wir die Rechtsentwicklung erfolgreich stoppen und für ein lebenswertes, dem Menschenwohl zugewandtes Deutschland einstehen. Wir verurteilen die Taten von Chemnitz und stellen uns entschlossen gegen Faschismus und Rassismus. DIE LINKE steht für weltoffene Toleranz, für Solidarität und Menschlichkeit.

Ein Kommentar von Frank Ramson, August 2018