Von guten Worten und besseren Taten

Nähert sich ein Jahr seinem Ende, neigt der Mensch dazu, Bilanz zu ziehen. Was war gut, was nicht. Was eine Jede und ein Jeder an persönlichen Vorsätzen fassen, ist zu vielfältig, um es wirklich greifen zu können. Doch was universell für alle gelten kann oder soll und uns als Menschheit gleichermaßen betrifft, lässt sich sehr einfach in Worte fassen und leitet idealerweise zu guten, ja zu besseren Taten an.

Wie es der Astronaut Alexander Gerst sehr treffend auf den Punkt gebracht hat, krankt es beim Umgang mit unserem Planeten und seinen Ressourcen an sehr vielen Stellen. Hinzu kommen die Kriege, die schreckliches Leid verursachen und wie im Fall von Syrien einen erheblichen Teil der Bevölkerung zur Flucht gezwungen haben.

In Deutschland klafft die soziale Spaltung so stark hervor, dass sich manche Menschen mit nichts anderem als dem Kaufrausch im Bereich der Luxusprodukte und mit Wellness-Wochenenden im exklusiven Edel-Domizil die Zeit vertreiben, während andere ihren Kindern kaum das Schulbrot, eine neue Hose oder das Dach über dem Kopf bezahlen können. Oftmals trotz Haupt- und Minijob.

Martin Luther King hat gesagt: Einerseits muss ich versuchen, die Seele eines jeden Einzelnen zu verändern, damit sich die Gesellschaft verändern kann. Andererseits muss ich versuchen, die Gesellschaft zu verändern, damit sich jede einzelne Seele verändern kann.

Wir leben im Überfluss der Informationen, der Anreize und entdecken und entwickeln im Verlauf unseres Lebens unterschiedlichste Interessen und Neigungen. Bedürfnisse verändern sich, Prioritäten tragen verschiedene Gesichter. Doch bestimmte Grundsätze ändern sich nicht. Gerade die elementar notwendigen Grundlagen sind nicht so verschieden.

Die Logik und die Empathie können ein Schlüssel sein, zu einem besseren Miteinander zu gelangen. Für unser aller Wohl ist es sehr zu wünschen, dass wir uns mehr als eine Weltgemeinschaft verstehen, in der es zukünftig allen besser gehen kann und soll als bisher. Nicht als blanke Ansammlung von Egoismen. Diese Geschichten führen über kurz oder lang zu einem bösen, einem zerstörerischen Ende.

Es gilt, sich mit dem Besten auseinanderzusetzen, was wir haben – mit dem Herzen und dem Hirn. Wer nur die eigene Gier liebt und dem eigenen Wohlstand huldigt, wird sich jetzt wohl beim „Herzen“ ein Grinsen nicht verkneifen. Hier ist das Empathiedefizit auf das Grausigste erkennbar.

Wer sich ihrer oder seiner Menschlichkeit und den damit verbundenen Werten bewusst ist, sollte den eigenen Gedanken nicht nur Worte, sondern auch Taten folgen lassen. Nur so erreicht man vielleicht eines Tages ein gutes Leben für alle und eins ist sicher: Es lohnt sich, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen.

Auf ein Jahr 2019 der freundlichen Gemeinschaftlichkeit und des verständnisvollen Miteinanders!

Ein Kommentar von Frank Ramson aus der Reihe Immer wieder sonntags zum Jahreswechsel 2018/2019.