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Stellungnahme zur geplanten Topgolf-Anlage in Halstenbek-Krupunder

In Halstenbek-Krupunder wird derzeit über die Ansiedlung einer großen Topgolf-Anlage mit Hotel diskutiert. Das geplante Vorhaben soll in unmittelbarer Nähe zum Krupunder See sowie zu Wohngebieten entstehen und hätte erhebliche Auswirkungen auf Fläche, Verkehr, Energieverbrauch, Umwelt und die Lebensqualität der Menschen vor Ort.
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Siehe auch: Youtube-Film der Initiative „Halstenbek im Dialog“
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Für Die Linke, Kreisverband Pinneberg, ist dieses Projekt deshalb mehr als nur eine lokale Baufrage. Es geht um eine politische Grundsatzentscheidung: Wie gehen wir mit knappen Ressourcen wie Fläche, Energie und Infrastruktur um? Und wem dienen solche Großprojekte am Ende?

Golfball vor Loch
Noch ist das Vorhaben in Halstenbek-Krupunder nicht final eingelocht.
Foto: pixabay.com/pexels

Aus unserer Sicht ist die geplante Topgolf-Anlage kein harmloses Freizeitangebot. Ein ganzjährig betriebener Entertainmentkomplex mit beheizten Außenflächen steht im klaren Widerspruch zu den notwendigen Klimazielen. Während Bürger:innen immer wieder zum Energiesparen aufgefordert werden, soll hier ein Projekt entstehen, das strukturell auf hohen Energieverbrauch angewiesen ist. Auch der Verweis auf erneuerbare Energien überzeugt uns dabei nicht. Erneuerbare Energie ist zur Zeit ebenfalls begrenzt und sollte vorrangig für grundlegende gesellschaftliche Aufgaben eingesetzt werden.

Auch die zu erwartende zusätzliche Verkehrsbelastung sehen wir kritisch. Anlagen dieser Art sind erfahrungsgemäß stark auf den Individualverkehr ausgerichtet. Das bedeutet mehr Autos auf bereits belasteten Straßen, mehr Emissionen, mehr Lärm und zusätzliche Risiken für die Menschen vor Ort. Die Folgekosten tragen am Ende nicht die Betreiber, sondern vor allem die Anwohner:innen und die Gemeinde.

Hinzu kommt: Im Umfeld von Halstenbek gibt es bereits zahlreiche Golfangebote, etwa den Golfclub Gut Kaden, den Golfclub Hamburg-Wendlohe, den Golfclub An der Pinnau, den Golfclub Gut Haseldorf, das Golf Lounge Resort Hamburg, die Peiner Hof Golfanlage, den Golfpark Weidenhof und die Golfanlage Gut Wulfsmühle. Ein tatsächlicher Bedarf für eine weitere Anlage dieser Größenordnung ist für uns daher nicht erkennbar. Statt eines notwendigen Mehrwerts droht hier eher ein weiteres kommerzielles Überangebot.

Besonders wichtig ist für uns die soziale Frage. Golf, auch in einer modernen Entertainment-Variante, ist kein Angebot, das allen Menschen gleichermaßen offensteht. Die Nutzung ist mit Kosten verbunden, die viele Menschen ausschließen. Gleichzeitig müssten gerade die Menschen vor Ort die negativen Folgen tragen: mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Lichtemissionen und mehr Umweltbelastung. Das ist aus unserer Sicht eine klare soziale Schieflage.

Auch für die direkte Nachbarschaft wären die Auswirkungen erheblich. Dauerhafte Beleuchtung bis in die Nacht, zusätzliche Geräusche sowie Eingriffe in Natur und Lebensräume würden die Lebensqualität spürbar verschlechtern. Gerade die Nähe zum Krupunder See und zu Wohngebieten macht dieses Vorhaben besonders problematisch.
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Siehe auch: Youtube-Film der Initiative „Halstenbek im Dialog“
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Halstenbek muss sich fragen, welche Art von Entwicklung gewollt ist: Projekte mit breitem gesellschaftlichem Nutzen oder Vorhaben, die vor allem wirtschaftlichen Interessen dienen. In Zeiten von Klimakrise, steigenden Lebenshaltungskosten und wachsender sozialer Ungleichheit halten wir ein energieintensives Freizeitprojekt für eine vergleichsweise zahlungskräftige Zielgruppe für den falschen Weg.

Die Linke, Kreisverband Pinneberg, teilt daher die Kritik an der geplanten Topgolf-Anlage in Halstenbek-Krupunder. Aus unserer Sicht ist das Vorhaben weder klimapolitisch vertretbar noch sozial ausgewogen oder infrastrukturell notwendig. Stattdessen braucht es nachhaltige, gemeinwohlorientierte Projekte, die allen Bürger:innen zugutekommen.

Die Linke
Ortsverband Pinneberg