Bundesweite Proteste gegen § 219a StGB – Kiel, Lübeck und Flensburg sind dabei

Cornelia Möhring redet in Kiel: 12-13 Uhr, Asmus-Bremer-Platz

Doris Achelwilm redet in Bremen: 12-13 Uhr, Marktplatz

Katja Kipping redet in Berlin: 12-14 Uhr, Rosa-Luxemburg-Platz

Außerdem protestieren Menschen in Bielefeld, Dessau, Dortmund, Dresden, Flensburg, Frankfurt/M., Freiburg, Gießen, Göttingen, Hamburg, Hattingen, Karlsruhe, Kassel, Köln, Landau (Pfalz), Mainz, Mannheim, Marburg, München, Münster, Oldenburg, Passau, Speyer, Stuttgart, Verden/Aller, Wuppertal. Hier gibt es aktuelle Informationen.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf www.cornelia-moehring.de.

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages zur Streichung des § 219a möchte DIE LINKE des Kreises Pinneberg deutlich darauf verweisen, welche Folgen die Beibehaltung dieses Paragrafen hat.
Solange der § 219a beibehalten wird, bedeutet dies,

  • eine Kriminalisierung von Ärzt*innen, die Frauen in einer intimen und privaten Frage aufklärend unterstützen wollen,
  • eine allgemeine Tabuisierung des Schwangerschaftsabbruchs in der Gesellschaft,
  • eine daraus resultierende Herabsetzung der Frau, da ihr unterstellt wird, sich durch mediale Einwirkung leichtfertig zu einem Schwangerschaftsabbruch bewegen zu lassen,
  • eine Hemmschwelle für junge Ärzt*innen sich differenziert und objektiv mit dem Thema des Schwangerschaftsabbruchs auseinanderzusetzen und somit das Risiko einzugehen, dass eine flächendeckende Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr gewährleistet werden kann.

Des Weiteren möchte DIE LINKE des Kreises Pinneberg darauf hinweisen, dass eine gute sexuelle Aufklärung sowie ein freier Zugang zu Verhütungsmitteln zwar ungewollte Schwangerschaften verhindern kann, sich aber nichtsdestotrotz unvorhergesehene Lebenssituationen ereignen können, Sexualität nicht immer kontrollierbar ist und Verhütungsmittel versagen können.

Wenn eine Frau sich entscheidet, eine Schwangerschaft abzubrechen, berührt das ihre persönlichen Rechte auf Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit über ihren Körper. Gerade aus diesen Gründen ist es umso wichtiger, ein niedrig schwelliges Angebot zu schaffen, um Frauen darin zu bestärken, diese Rechte auch wahrnehmen zu können.

Die Abschaffung des § 219a würde sichere medizinische Eingriffe durch geschultes Personal ermöglichen und somit Komplikationen, auch durch Eigeninitiative verzweifelter Frauen, vorbeugen. Weiterführend muss mit der Abschaffung des § 219a sichergestellt werden, dass die Kosten des Schwangerschaftsabbruchs, die sich aktuell auf 300 – 600 € belaufen, bedingungslos von den Versicherungen getragen werden.

Aus all diesen Gründen rufen wir, als DIE LINKE des Kreises Pinneberg dazu auf, sich mit den Frauen und Ärzt*innen zu solidarisieren und den in der NS-Zeit wurzelnden § 219a endlich abzuschaffen!