Wenn die Luft zu dick wird

Manche Firmen sind verbraucherfreundlicher als andere. Umweltfreundlicher, preisorientierter, qualitätsorientierter oder durch freundlichere Bedingungen im Umgang mit Kunden überzeugender. Diese Liste könnte man immer weiterführen und es würde sicher nicht langweilig. Viele Firmen bringen unserer Gesellschaft viel Gutes und wir sind dankbar, dass wir sie haben.

Doch kommen wir nun zu denen, die es nicht so gut meinen. Jenen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus jedem Menschen und aus jedem Ding so viel Umsatz oder Rendite herauspressen wollen, bis es nicht mehr herauszupressen gibt. Jenen, die sich nicht um die Nöte und Belange anderer Menschen und ihre individuellen Situationen kümmern wollen. Die eher Kunden verlieren als Zugeständnisse zu machen bereit sind, selbst wenn sie im eigenen Leistungsangebot jämmerlich versagen oder versagt haben. Zu jenen, die Dinge nicht anders darstellen wollen als zum eigenen Vorteil.

Nehmen wir den Abgasskandal und die beschämenden Versuche der Hersteller in der Automobilindustrie, den Halterinnen und Haltern von Dieselfahrzeugen mit leicht zu durchschauenden Taschenspielertricks auf Teufel komm raus andere Autos andrehen zu wollen anstatt angemessen zu korrigieren, wo sie auf übelste Weise versagt und die eigene Kundschaft plump um die Wahrheit betrogen haben. Und das nicht nur einmal. Wo man lieber einen weiteren Betrug inszeniert, anstelle sich der Fehler zu bekennen und um die Kundentreue zu kämpfen.

Nein, auf jener Entscheiderebene, wo es um die Wahrheit und die Moral äußert schlecht bestellt ist, verdirbt man bevorzugt weiterhin die Lungen von Mensch und Tier und natürlich die Umwelt. Eine Nachbesserung der offen gelegten Fehler auf eigene Kosten versucht diese Entscheiderebene mit widerlichen Ansprüchen zu vermeiden. Beispielsweise mit dem Vorschlag, die Nachbesserungen sollten eher die Steuerzahlenden begleichen. Das allein vorzuschlagen, ist eine Bankrotterklärung jeden Anstands.

Wer selbst in einem Skandal wie diesem als Kundin oder Kunde betroffen ist, Betroffene kennt, wer mitdenkt und mitfühlt ist an dieser Stelle aufgerufen, sich dieses abscheuliche Verhalten nicht länger bieten zu lassen. Keiner dieser Hersteller verdient es, weiter durch Abverkäufe unterstützt zu werden, so lange dieser Hersteller sich nicht zu seinen Pflichten bekennt, Manipulation unterbindet statt fördert und die Abgaswerte einhält. Er verdient vielmehr saftige Klagen und öffentlichen Druck, bis sich dieses Verhalten ändert und der Sumpf des Betrugs ebenso ausgetrocknet wird wie der lächerlich absurde Umgang mit der eigenen Kundschaft. Ein faires, angemessenes Verhalten ist gefragt und wird sicher belohnt, wenn es gezeigt wird.

Die flexible Mobilität ist heute für viele Menschen eine Grundvoraussetzung für den Erwerb des Lebensunterhalts. Gegenwärtigen und zukünftigen Generationen ist sehr zu wünschen, dass wir den Übergang von fossilen Brennstoffen zu sauberer Energie so bald wie möglich erreichen und uns nicht mehr über angeblich saubere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ärgern müssen, bei denen uns eine giftige Schummelpackung angedreht wird. Unsere Zukunft müssen wir gemeinsam zugunsten nachfolgender Generationen so umweltfreundlich und sozial wie möglich gestalten, denn unsere Kinder und ihre Kinder haben ein gesundes und gutes Leben verdient. Wir werden nicht müde, um diese Zukunft zu kämpfen.

Ein Kommentar von Frank Ramson aus der Reihe „Immer wieder sonntags“ zu Herstellern in der Automobilindustrie, 21.10.18.