FREIZEIT – ABER ZACKIG!
Rosengarten 6
Wedel
Wie ging es der Jugend unter der Naziherrschaft – und ist das alles nur Geschichte?
Schülerinnen und Schüler der Gebrüder-Humboldt Schule GHS und der Ernst-Barlach Gemeinschaftsschule EBG haben zu dieser Frage in Projekten geforscht und werden ihre Ergebnisse präsentieren. Unsere Stadtarchivarin Anke Rannegger wird mit ihrem Vortrag „Die Hitler-Jugend in Wedel“ die Hitlerjugend (HJ) und den Bund deutscher Mädel (BDM) beleuchten. In einem Beitrag des Hamburger Musikers Peter Schenzer wollen wir der Opfer des Altonaer Blutsonntags gedenken. Ansonsten wird die Veranstaltung durch Swing-Musik-Einlagen der „Elbsound 5“ aus Wedel getragen.
Freizeit im NS-Staat: HJ und BDM, aber auch Swingmusik und Widerstand der Jugend Unmittelbar nach der Machtübertragung an die NSDAP im Januar 1933 ging die Nazipartei daran, alle Vereine und Verbände unter ihre Herrschaft zu stellen.
Wie in allen autoritären Staaten war den Nazis die Jugend wichtig. Deshalb begannen sie frühzeitig, für Mädchen und Jungen die Jugendorganisationen BDM und HJ anzubieten, um ihre Sehnsucht nach Gemeinschaft und Abenteuer in regimetreue Bahnen zu lenken.
Sie sollten ideologisch ausgerichtet und vormilitärisch ausgebildet werden – die Jungen für den Kriegsdienst, die Mädchen für die Mutterschaft.
Die anfängliche Begeisterung wich bei Vielen im Laufe der Jahre der Ernüchterung und Ablehnung, als zunehmend deutlich wurde, dass es überhaupt nicht um sie und ihre persönlichen Lebensziele ging.
Die Jugend hatte mehr und mehr Schleiferei, Kasernenhof-Drill und „zackige“ Marschmusik satt.
Sie sehnten sich nach einer anderen Lebensform, die sich zum Beispiel in der Musik ausdrückte. Sie sickerte aus skandinavischen Ländern und den USA ein und wurde vor allem über die Hafenstadt Hamburg verbreitet.
Die Nazis liefen Gefahr, dass ihnen die Herrschaft über die Jugend entglitt und eine Massenbewegung entstand, die nicht mehr zu kontrollieren sein könnte.
Swingmusik wurde verboten, es kam zu Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Viele Anhänger der Swing-Jugend kamen in KZs, wo etliche von ihnen starben.
Bekannt wurden auch die „Altonaer Vier“, die 1933 verurteilt und hingerichtet wurden.
Eintritt 4 , ermäßigt 1 EUR
